Was bedeutet Yoga eigentlich?

Vielleicht übst du regelmässig Yoga und kennst schon die wichtigsten Yogaübungen auswendig. Doch weisst du auch was Yoga bedeutet? Und weisst du über die Gründe warum wir überhaupt Yoga üben bescheid?

Ich möchte dir hier nun regelmässig über die Hintergründe von Yoga informieren. Und zwar nicht nur über die Vorteile von Yoga, sondern auch über die Yogaphilosophie und wie du Yoga abseits der Matte in deinen Alltag bringen kannst.

Was heisst Yoga?

Beginnen wir mit einem ziemlich einfachen Thema: Was ist Yoga eigentlich?
Die Definition von Yoga wird am einfachsten mit dem englischen Wort „to yoke“ übersetzt. Im Deutschen wird dafür oft das Wort „anjochen“ verwendet. Ein Wort, das heute kaum mehr verwendet wird und mit dem Synonym „anzügeln“ oder „anziehen“ besser verständlich wird.
Immer noch nicht ganz klar? Dann denk am besten an ein Pferd, dem Zügel angelegt werden. Yoga bedeutet also etwas an sich binden oder auch in Schach halten.

Und was bedeutet das nun in Bezug auf die Yogapraxis?

Vielleicht hast du in deiner Yogastunde schon mal von deiner Yogalehrer*in die Aufforderung gehört: „Macht euch frei von euren Gedanken“ oder „Lasst eure Gedanken für die nächsten Minuten gehen und bewertet sie nicht.“ Der Begriff Yoga wird damit beschrieben, dass man seine Gedanken in Schach hält, sie „anjocht“ und somit eine Einheit mit Körper, Geist und Seele bildet.

Im Yogasutra, dem ultimativen Lehrbuch der Yogaphilosophie ist folgender Satz bzw. Sutra richtungsweisend:

Yogash chitta vritti nirodhah. 

Aus dem Sanskrit übersetzt, bedeutet das so viel wie den Geist zur Ruhe kommen lassen oder das Bewusstwerden über die Schwankungen/Störungen der Gedanken.
Schaut man sich die einzelnen Wortteile genauer an, so kann man dies wie folgt beschreiben:
Yoga steht für vereinen, diziplinieren; Chitta für das bewusst werden; Vritti für die Störungen oder Schwankungen und Nirodha für Beruhigung, zur Ruhe kommen.

Yoga: Gestern und Heute

Um die Bedeutung von Yoga noch ein wenig besser zu verstehen, ist es hilfreich den Unterschied von Yoga wie es Heute praktiziert wird und wie es noch vor mehreren tausend Jahren gelehrt wurde zu kennen. In den Zeiten vor Christus, war Yoga nur sehr wenigen Personen zugänglich. Sie galten als „Weise“ und lebten fern abseits der gewöhnlichen Menschheit. Die Yogis von früher haben sich ein Leben ganz dem Yoga verschrieben, mit dem Hintergrund wahre Erleuchtung und Frieden zu erlangen.

Heute lebt wohl kaum einer gemäss diesen Vorgaben. Yoga ist viel mehr ein Trend geworden, anstatt einfache Gewänder trägt man heute Fancy Yogapants und die Hauptgründe Yoga zu praktizieren ist meist ein gut aussehender Körper oder Ruhe und Ausgleich vom hektischen Alltag zu erlangen.

Mit Yoga zu innerem Frieden finden

Egal, wie sich die Motive im Laufe der Zeit verändert haben, das Ziel bleibt das Gleiche: Durch Yoga wird versucht eine Befriedigung zu erlangen, die von aussen kaum erreichbar zu sein scheint. Denn egal ob man sich nach Erleuchtung oder einfach etwas Ruhe sehnt, es verkörpert beides eine Art Suche nach innerem Frieden. Und innerer Frieden wird durch Vernichtung von Störungen erreicht. Die Befreiung von Störungen aus der eigenen Gedankenwelt.

Praxistipp: Yoga im Alltag leben

Das Konzept vom Yoga mag hier etwas komplex erscheinen. Dennoch ist es sehr zeitlos und kann ganz einfach in den eigenen Alltag übertragen werden. Hier kommt der Praxistipp für dich:

Nicht nur vor oder nach einer Yogastunde, auch im Alltag kannst du dir bewusste Anhaltspunkte setzen und dich um deine Gedankenwelt kümmern. Ein spannender Aspekt dabei ist dich dabei zu beobachten, wie du gewisse Situationen oder auch Menschen bewertest. Was geht dir durch den Kopf wenn du deinen Chef, deinen Partner, deine Freundin, etc. siehst? Sind deine Gedanken eher negativ oder positiv? Wie kannst du deine Gedanken bewusst steuern und vielleicht deine Reaktion beeinflussen?

Denke daran: Du bist nicht deine Gedanken, Zitat von Eckhart Tolle.


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