Der ayurvedische Jahreszyklus

Im Ayurveda wird der Jahresverlauf den drei Doshas Vata, Pitta und Kapha zugeordnet. Ähnlich wie die vier Jahreszeiten wird dadurch der ayurvedische Jahreszyklus bestimmt.

Die Jahreszeiten definiert durch die Natur

Entgegengesetzt den vier Jahreszeiten, die in der westlichen Philosophie anhand eines strukturierten Kalender abgeleitet werden, gelten im Ayurveda die äusseren Faktoren der Natur als Vorgaben. Im Herbst merken wir das zum Beispiel wenn die Blätter von den Bäumen fallen oder im Winter wenn der erste Schnee fällt. Die Übergänge sind dabei sehr fliessend und nicht immer sofort erkennbar. 

Der Jahresverlauf wird dominiert durch die Doshas

Als Doshas werden sogenannte Bioenergien bezeichnet, die überall vorhanden sind. Genauso wie beim Menschen sind diese selten gleichmässig verteilt. Im Jahresverlauf wechseln sich die drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ab und dominieren so eine jeweilige Zeitspanne im Jahr. Mehr über die Doshas erfährst du hier. 

Ayurveda Talk: Die ayurvedische Jahreszeiten im Überblick

Einen detaillierteren Überblick findest du in diesem Video:

  • Wie der ayurvedische Jahreszyklus aufgebaut ist
  • Welchen Einfluss die saisonale Schwankung auf unseren Körper hat
  • Wie wir besser im Einklang mit der Natur leben können
  • Der Einfluss der Doshas auf den Jahresverlauf

Welches Element in welcher Saison?

Wenn du dich schon mit den Doshas auseinandergesetzt hast, kannst du dir vielleicht schon vorstellen, welches Element, welche Jahreszeit dominiert. Hier folgt eine kurze Zusammenfassung.

Die Kapha-Zeit
Kapha gilt als das bodenständige, ruhige Dosha und hat die Eigenschaft „Nährend“ zu sein. Es wird von den Elementen Wasser und Erde bestimmt. 

Wann ist in der Natur die Zeit in der sich alles zur Ruhe setzt? Sich bereit macht für etwas Neues? Und die Erde wieder fruchtbar wird? Genau, im späten Winter und Frühling. Dann ist auch die Zeit, in der es am meisten regnet oder sogar schneit. Die Jahreszeit wird als feucht und kalt empfunden.

Die Pitta-Zeit
Im Sommer kann es dann so richtig heiss werden und es wird eher trocken. Im Ayurveda ordnen wir diese Jahreszeit dem Dosha Pitta zu mit den Elementen Feuer und Wasser.
In dieser Zeit transformieren sich die ersten Blüten zu Früchten, vieles ist in Aktion und das Leben findet draussen statt.

Die Vata-Zeit
Und wie definierst du den Herbst? Meist erleben wir dann die ersten Kälteeinbrüche und es wird windig. Der Herbst wird von den Elementen Luft und Äther dominiert und deshalb dem Dosha Vata zugeordnet. Vata hat die Eigenschaft sehr bewegend zu sein und vieles ins Handeln zu bringen. 

Die Jahreszeiten richtig nutzen

So wie wir den Jahresverlauf in der Natur erkennen können, wird er auch auf körperlicher und mentaler Ebene im Menschen beobachtet.

Die Kapha-Zeit ist eine typische Erkältungsphase mit Husten, Nasenlaufen und Anschwellung der Lymphdrüsen. Auf mentaler Sicht sind wir aber meist voller Elan, spüren Frühlingsgefühle und wollen etwas bewegen. In dieser Zeit kann es aber auch öfters zu Depressionen kommen. 

In dieser Phase hilft es in Bewegung zu kommen und nicht lethargisch zu werden. Um das Immunsystem zu unterstützen können leichte Entgiftungstage helfen, generell ist eine warme und leichte Ernährungsweise zu empfehlen.

Die Pitta dominierte Sommerzeit spüren wir auch im Körper als hitzig. Es ist vieles los und jede freie Minute will genutzt werden um den Sommer zu geniessen. Unser Körper kann darauf mit Überhitzung in Form von Sonnenbrand, Hautausschlägen oder Magenbrennen reagieren. Auch eine Sommergrippe mit Fieber kann vorkommen. Auf mentaler Ebene können innere Wut, Agressionen oder hitzige Debatten entstehen. Um uns auszugleichen hilft leichte und kühlende Nahrung wie frische Rohkostsalate, Kokosmilch oder eine lauwarme Gazpacho.

Die Vata-Zeit kann uns ganz schön durch den Wind bringen. Viele Aufgaben und Ideen, die vor Jahresende erledigt sein sollten, kann uns Nervös machen und eine innere Unruhe auslösen. Körperlich kann sich dies auf Rückenschmerzen, Verspannungen, Kopfschmerzen und trockene Gelenke auswirken. Die meiste Unterstützung bietet in dieser Zeit Selbstfürsorge und Rituale die einen erden.  

Die Übergangsphasen beachten

Je nachdem welche Grundkonstitution du hast, nimmst du die einzelnen Jahreszeiten stärker oder schwächer war. Die grössten Veränderungen sind bei den Übergangsphasen bemerkbar. Die vom Sommer zum Herbst wird dabei oft als intensivste Zeit im Jahr wahrgenommen.

Praxistipp für den Alltag

Beobachte mal für dich, wie du die einzelnen Zeiten für dich erlebst, mach dir Notizen zu deinem körperlichen und mentalen Zustand. 

Wenn du magst kannst du mir deine Erfahrung gerne teilen. 

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