Letzte Woche bin ich noch mit T-Shirt bekleidet durch die Stadt spaziert und bin auf der Suche nach einer passenden Sorte „Glacé“ fast wahnsinnig geworden. Mein Freund behauptete nämlich so ganz beiläufig: „Geniess den Tag noch, das ist wahrscheinlich der letzte Sommertag“. Einen Blick in meine Wetter-App bestätigte: Heute: 27°C und Sonne, Morgen: 20°C und Wolken. Mich überkam das dringende Bedürfnis, diesen vorerst letzten Sommertag nochmals so richtig auszukosten und ging innerlich nochmals all die schönen Momente durch: Schwimmen im Rhein, Grillen auf den grünen Wiesen und die langen Nächte am Rheinufer. Ach war das schön – und jetzt soll das alles vorbei sein?

Ich greife halbherzig zu einem verpackten Eisstängel und merke schon beim ersten „Schleck“, so richtig befriedigen tut mich das nicht. Der Sommer kann man leider auch nicht mittels Genuss hierbehalten.

So richtig glauben mag ich es dennoch nicht (der Sommer war doch viel zu kurz) und trotzdem schleicht sich der Gedanke ein, dass mein Freund recht behalten könnte. Ich werde fast schon ein wenig melancholisch und zünde mir Zuhause die erste Kerze an. Ich denke an all die wundervollen Stunden im Herbst, eingemummelt auf dem Sofa mit einem unterhaltsamen Buch und an den Geschmack der leckeren Gemüsesorten wie Kürbis, frische Nüsse, Feigen, Trauben….mhmmm…

Vielleicht wird der Herbst doch nicht so schlimm…

So eine Umstellung in der Jahreszeit, kann auch eine Umstellung für unseren Körper bedeuten. Vielleicht sieht das bei dir auch gerade so aus: Du hast seit Anfang Woche einen unerklärlichen Energieschub und tausend Gedanken, Aufgaben und Projekte schiessen dir durch den Kopf. Du sehnst dich schon jetzt nach warmen Temperaturen und stöberst heimlich neben der Arbeit Hotelangeboten im Süden durch. Du blickst in den Kalender und merkst, dass du bis Ende Jahr eigentlich völlig durchgeplant bist und weisst gar nicht welches Projekt du als erstes beginnen sollst. Deine Haut wird plötzlich ganz trocken und du packst vorsorglich deine Handcreme ein.

Ja? Kommt dir das bekannt vor?

Mir persönlich geht es momentan genau so. Dabei wechseln sich das Gefühl von „totaler Kreativitätseuphorie“ und „Überforderungschaos“ täglich ab. Kein Wunder, es ist Vata-Zeit.

Hä? Vata, Hata, Wasda, Waaas?

Die Kurzform: Vata bezeichnet im Ayurveda eine Art Bioenergie, die wir nutzen können um gewisse Vorgänge in uns, um uns oder in anderen besser zu verstehen. Der Herbst wird genau dieser „Vata – Energie“ zugeordnet. Vata setzt sich aus den Elementen Luft und Äther zusammen.

(Dazu habe ich dir übrigens hier bereits ein Video aufgenommen – schau dir das einfach mal an)

Besonders der Übergang von Sommer zu Herbst ist für viele sehr kräftezerrend. Du kannst dir bestimmt vorstellen, das die kühle Luft, welche wir im aussen in den kühlen Winden und dem Wetter Umschwung feststellen, auch in unserem inneren, ganz schön viel durcheinander wirbelt. Gleichzeitig kann diese „Luft“ auch neuen Schwung bringen oder wie man so schön sagt: „frischen Wind“.

Du willst mehr darüber erfahren?

An der Ayurveda Night teile ich mit dir mein geballtes Wissen rund um gesunde Ernährung im Herbst, gebe dir konkrete Umsetzungstipps und verwöhne dich mit einem leckeren Ayurveda Dinner

Rezept: Summer Abundance Bowl

Um so wichtiger ist es nun, für sich selbst ein Balance zu finden. Eine Balance zwischen kreativen und energievollen Ideen und totaler Überforderung. Was dir dabei hilft sind die nährenden Lebensmittel die sich langsam in unsere Einkaufszentren schleichen. Erst kürzlich habe ich die erste Kürbis in den Händen gehalten. Für mich bietet der Herbst eine breite Fülle von Gemüse, Früchte und Nüssen. Die Erntezeit zeigt sich in der vollen Pracht und bietet genau das was unser Körper jetzt braucht.

Das hat mich inspiriert dieses einfache Rezept für eine „Abundance Bowl“ zu kreieren – eine Bowl gefüllt mit reichhaltigen und erdenden Gemüsesorten dazu süsse Früchte und nährende Getreidesorten. Natürlich kannst du diese Bowl ganz nach Lust und Laune für dich anpassen und die einzelnen Anteile an Getreide, Hülsenfrüchte und Gemüse austauschen.

Die Zubereitung ist wirklich super simple und die Chutney-Feige verleiht dem Gericht die richtige Essenz. Generell wird ein Chutney einem gericht dazu gereicht um alle 6 Geschmäcker zu integrieren. Da normalerweise die Zubereitung dafür etwas Zeit braucht, habe ich diese Chutney-Feige entwickelt. Du brauchst sie nur kurz mit den Gewürzen und etwas Honig und Zitronensaft anbraten und schon gibst du dem Gericht eine ganz eigene Note. Probiers aus.

Ich empfehle dir die Bowl als Mittagessen zuzubereiten, da das Verdauungsfeuer am höchsten ist. Möchtest du sie als Abendessen geniessen, kannst du die Kichererbsen auch weglassen (so wie auf dem Bild), so wird sie noch etwas bekömmlicher.

Summer Abundance Bowl

Ein schnellgekochtes Mittagessen nach ayurvedischen Prinzipien mit der Chutney Feige.

Gericht Hauptgericht
Länder & Regionen Indian
Keyword Ayurveda, Pitta, Vata
Portionen 2 Personen

Zutaten

  • 1 EL Sesamöl
  • je 1/2 TL Senfsamen, Koriandersamen, Bockshornklee
  • 1 Rote Bete
  • 250g Kürbis (z.B. Butternut)
  • 150g Couscous
  • 1 TL Salz
  • 150g Kichererbsen, gekocht

Dressing

  • 50 ml Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • 1 EL Essig
  • 1 TL Ahornsirup
  • je 1/2 TL Kurkuma, Zimt, Salz, Pfeffer

Chutney Feige

  • 2 Feigen
  • 1 EL Sesamöl
  • je 1/2 TL Senfsaat, Koriandersaat
  • je 1/2 TL Zimt, Cayennepfeffer, Kurkuma
  • 1 EL Ahornsirup
  • 1 EL Zitronensaft

Anleitungen

GEMÜSE + COUSCOUS:

  1. Zerkleinere das Gemüse und erhitze in einem hohen Topf das Sesamöl. Gib nun die Senfsaat, Bockshornklee und die Koriandersamen hinein und lass sie aufplatzen. (Achtung: Das Öl darf nicht zu heiss werden)

    Gib nun das Gemüse dazu und lasse es 1 Minute anbraten. Giesse etwas Wasser hinzu, so dass das Gemüse bedeckt ist und es darin köcheln kann.

  2. In der Zwischenzeit gibst du den Couscous in eine Schüssel, mischt das Salz darunter und giesst kochendes Wasser darüber. Lass den Couscous aufquellen.

DRESSING

  1. Mische für das Dressing alle Zutaten in ein Schraubglas und schüttle es bis alles gut vermengt ist.

FEIGEN CHUTNEY

  1. Halbiere die Feigen der Länge nach.

    Erhitze in einer Bratpfanne etwas Öl und gib Senfsaat und Koriandersamen hinzu. Verringere die Hitze und lasse die Samen kurz aufplatzen. Mische danach die restlichen Gewürze, Ahornsirup und Zitronensaft dazu.

    Lege die Feigen nach unten in die Pfanne und lasse sie in dem Sud köcheln. Wenn der Sud aufgekocht ist, nimmst du die Feigen heraus und servierst sie auf dem Couscous und dem Gemüse.

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