Warum es sich lohnt, auch mal nichts zu tun.

Ich bin nicht wirklich gut darin nichts zu tun. Doch dieses Wochenende habe ich das „Nichts-tun“ aufgedrückt bekommen und es hat sich fast schon wie Hausarrest angefühlt. Mich hat nämlich eine fiese Erkältung erwischt, gepaart mit PMS.

Ich mag ja ruhige Abende, aber nur wenn ich mir diese auch so gestalten darf wie ich kann. Früh ins Bett zu gehen, weil man sich vor lauter Kopfrauschen auf nichts mehr konzentrieren kann,  ist dagegen nicht so meine Stärke. Aber mein Körper schrie schon fast: „Ich brauche Ruhe!“ Also liess ich alles über mich ergehen, habe mir eine riesen Packung Taschentücher besorgt, Tee gekocht und mich ins Bett verkrochen. Dort habe ich mir so einige Gedanken dazu gemacht, warum mein Körper jetzt so plötzlich aufschreit, denn es war doch alles gut. Ok, meine Entspannungspläne habe ich etwas wenig ernst genommen, statt mir am Abend ein Buch zu gönnen, habe ich nochmals den YogaFlow für meine Stunde geübt und überhaupt war ich sehr vertieft in meine Arbeit. Ja, ich brauche dringend eine neue Beschäftigung, abseits meiner Arbeit.

Das Wochenende habe ich mich also mit dem Nichts tun beschäftigt (und diesem Text), dabei kamen einige neue Erkenntnisse wie ich mit dem Entspannen besser klar komme.

„Alles braucht seine Zeit.“

Wahrscheinlich würde ich das jedem raten, der sich aufregt wenn etwas zu langsam voran geht. Wenn es allerdings um mein eigenes vorankommen geht, dann vergesse ich diesen Satz gerne manchmal. Während ich das Wochenende in meinem weder krank, noch gesund Modus herumschlich, hatte ich reichlich Zeit mich meinem neuen Projekt zu widmen. Ich habe zum ersten Mal: Sauerteigbrot gebacken und ihr glaubt nicht wie aufgeregt ich war, als ich das fertige Brot aus dem Ofen nehmen konnte.

Wer schon mal so ein Brot gebacken hat, der weiss, so ein Ding braucht Zeit, viel Zeit: Aufgehen lassen, kurz durchkneten, warten, durchkneten, warten, durchkneten warten, formen, warten, warten, warten, backen, warten….wer es genauer wissen will, dem empfehle ich das wunderschöne Video dazu.

Durch das Backen ist mir eines bewusst geworden, es braucht alles seine Zeit und es bringt nichts einen Schritt überspringen zu wollen.

„If you have to force it, leave it.“

Noch so eine super Erkenntnis. Die hatte ich zwar nicht am Wochenende, aber ich habe mir das lange gedankenintensive Wochenende auch zum Anlass genommen, mich ein wenig mit dem Älter werden auseinander zusetzen, denn ja in einer Woche werde ich schon 30.

Das letzte Jahr, war für mich wunderschön und haben mir vor allem eines gezeigt: Es kann auch alles einfach sein. Wir müssen uns nicht an Träumen aufhängen, die vielleicht gar nicht mehr zu uns passen.

Viel besser in Worte gefasst, hat das die liebe Susanne Kaloff auf ohhhmhhh.de
Hier entlang zum Artikel.

„Belonging is belonging to your self first.“

Wenn ihr Brené Brown noch nicht kennt, dann bitte kurz stoppen und ihren Vortrag auf Netflix anschauen. Jetzt! Genau das habe ich nämlich am Wochenende auch endlich gemacht. Ihr Vortrag ist so wundervoll motivierend. Es geht um Mut und Verletzlichkeit, um das Miteinander, aber auch um das Für-sich-selbst.

Ich wünsche mir, dass wir alle wieder mutiger werden und uns gegenseitig öffnen. Ich wünsche mir auch, dass wir alle ein wenig mutiger werden und uns auf die Suche unseren eigenen Bedürfnissen machen, denn nur dann können wir ein erfülltes Leben leben. Und das passiert nicht von heute auf morgen, wir müssen jeden Tag dafür aufstehen, aber am Ende lohnt es sich. Eines was ich mir für meine nächste Ära mitnehme ist deshalb dieser Spruch:

„The opposite of belonging is fitting in. Fitting in is assessing and acclimating. True belonging doesn’t require you to change who you are. It requires you to be who you are, and that’s vulnerable. “ – Brené Brown

Be kind even on your bad days

Ihr könnt mir glauben, an dem Wochenende gab es echt schwache Momente, ich war genervt, dass ich krank im Bett lag, anstatt mit 1000 anderen Frauen für Gerechtigkeit zu sorgen…. oder einfach die Sonne zu geniessen. Doch anstatt, die Wut an anderen auszulassen, bin ich wirklich sehr freundlich geblieben.

Egal wie schlecht es uns geht, wir sollten nicht andere dafür verantwortlich machen, erst recht nicht diejenigen, die sowieso nichts dafür können. Die Erkenntnis kam mir, als ich endlich die Zeit hatte in dem Buch von Madhavi Guemos, Stay True herumzublättern.

Das Leben geniessen

Etwas, das ich die letzten Wochen vielleicht ein wenig vergessen habe, ist das Leben wirklich zu geniessen und sich einfach mal treiben zu lassen. Wenn wir nicht unseren Verpflichtungen nachgehen wie zum Beispiel auf Reisen, dann fällt uns das meist ganz einfach. Doch im Alltag gibt es immer etwas, das noch erledigt werden muss – deshalb einfach mal kurz innehalten und geniessen.