Mehr Achtsamkeit für den Büroalltag

Wer einem „normalen“ Bürojob nachgeht, weiss das dort meist nicht so viel Platz für Achtsamkeit ist.  Ich selbst habe ein paar Jahre in einer Agentur gearbeitet in der es immer sehr hitzig zu und her ging. Da blieb kaum Zeit für kleine Pausen oder tiefgehende Gespräche. Der allgemeine Vibe, war eher so gestimmt, dass wer nicht im Stress ist – hat nichts zu tun oder arbeitet nicht gut genug. 

Mit Achtsamkeit für mehr Durchhaltevermögen

Ich finde aber, dass genau die Zeit für etwas Ruhe und Gelassenheit das Durchhaltevermögen stärkt, einen motiviert und Gute Laune verbreitet. 

Wenn man generell schon in einem Umfeld arbeitet, wo das nicht so angesehen wird, ist es natürlich schwierig achtsame Momente für sich zu nehmen und Gute Laune zu verbreiten. 

Trotzdem glaube ich, dass jeder am Ende für sich selbst verantwortlich ist und einiges dazu beitragen kann um sich selbst bei Laune zu halten und damit vielleicht andere anzustecken. 

Stelle dich auf „Gute Laune“ ein.

Achtsamkeit im Job, beginnt bereits vor der Arbeit. Wenn du schon mit Gedanken an deinen „stressigen“ Arbeitsalltag aufwachst und du gehetzt zur Arbeit kommst, verbreitest du genau dies auch in deinem Umfeld. Starte bereits vor deiner Arbeit mit kleinen Achtsamkeitsübungen, wie zum Beispiel ein ausgedehntes Frühstück, einen guten Kaffe in deinem Lieblingsrestaurant oder eine Meditation vor der Arbeit. (Schau dir dazu auch mein Video zum Thema „Morgenroutine“ an.) 

Vielleicht findest du auch eine Freund*in, die mitmacht. Ich hatte eine zeitlang jeden Montag ein Kaffe-Date mit einer guten Freundin. Wir haben uns dafür auf unserem Arbeitsweg für etwa 30 Minuten zum Kaffee getroffen, über dies und jenes gesprochen und uns so gegenseitig motiviert. Das Treffen war fett in den Kalender eingetragen und nannten wir den „Monday-Booster“.

Gönn dir Pausen 

Mein Stresslevel habe ich meist daran gemessen, wie viel kaltgewordener Kaffee in meiner Tasse zu finden war. Meist stand die Tasse dann noch halb gefüllt auf meinem Bürotisch. Effektive Pausen habe ich mir in solchen Phasen keine gegönnt. Das Thema Pause ist in vielen Firmen ein schwieriges Thema. Steht man an der Kaffeemaschine und der Chef kommt vorbei, ist meist fertig mit netten Gesprächen – da man gleich anfängt über die Arbeit zu reden oder der Chef auf die Uhr blickt und die Anweisung gibt weiter zu arbeiten. 

Trotzdem sind kleine Pausen durch den Tag verteilt wichtig für die Konzentration und die Motivation – auch wenn man viel zu tun hat. Such dir doch einen netten Gesprächspartner, verabrede dich zum Kaffee oder setz dich auch mal kurz alleine auf eine Bank und geniesse das „Nichts-Tun“. So hast du wieder genug Energie um weiterzumachen.

8 Stunden am Stück kannst du dich sowieso nicht konzentrieren, versuch deine Aufgaben deshalb so zu verteilen, dass du immer wieder etwas Abwechslung zwischen den monotonen und den eher aktiven Arbeiten hast und schau, dass du dich jede Stunde mal vom Schreibtisch weg bewegst.

Inhale – Exhale

Eines der wohl wichtigsten Achtsamkeitsrituale ist es sich auf den eigenen Atem zu fokussieren. Das lernen wir auch beim Yoga, der Atem ist unser Fokus, die Energie, das Prana. Also nimm dir ab und zu Zeit an deinem Bürotisch – oder wo immer du arbeitest – um tief durchzuatmen. Mini-Breaks so zusagen. Vor allem wenn du super gestresst bist, nicht mehr weisst was oben und unten ist und sowieso alles gleichzeitig fertig sein muss: Atme! 

Nutze die Mittagszeit

Und zwar nicht um zu arbeiten. Sondern um dich zu erholen. Verbringe die Zeit, so wie du sie am liebsten verbringst. Alleine bei einem Spaziergang? Bei einem Buch? Oder mit netten Freunden zum Lunch? Egal wie, nutze sie für dich. Und kümmere dich nicht was die anderen denken. Oft haben wir ja das Gefühl, dass wenn wir die Zeit nicht mit den Arbeitskollegen verbringen als Aussenseiter dastehen. Das Gefühl legt sich mit der Zeit und wenn es dir wirklich wichtig ist mit Ihnen die Zeit zu verbringen, dann mach das – vielleicht ist es dann auch nur einmal die Woche. Kümmere dich um dich und lass dir nicht von anderen Vorschreiben wie du deinen Tag verbringen sollst. 

Morgen ist auch noch ein Tag

„Nur noch diese Woche, dann ist es geschafft und ich kann wieder etwas ruhiger arbeiten.“ Kennst du diesen Satz? Und bestimmt kommt es meist genau umgekehrt, und es liegt weitere Arbeit auf deinem Tisch. Denn eines ist sicher: Es gibt immer etwas zu tun. Genauso sicher ist auch, das Morgen wieder ein neuer Tag mit 8 Stunden beginnt. Also versuch nicht alles an einem Tag zu schaffen. Schreibe dir eine To Do Liste, verschiebe unwichtige Meetings und lass dich nicht von unerwarteten Diskussionen die Produktivität verderben. Halte an deinen Punkten fest, fokussiere dich und sag auch mal „Nein.“ Wahrscheinlich einer der schwierigsten Punkten bei Stress – ich finde Achtsamkeit bei der Arbeit hat viel damit zu tun sich abzugrenzen, sich selbst zu schützen und zu wissen wo der Fokus liegt.

Unternimm was Schönes

Stress bei der Arbeit bedeutet oft auch weniger Zeit für die eigenen Hobbys, Freunde und vor allem auch sich selbst. Doch besonders dann wenn du bei der Arbeit auf höchster Stufe läufst, ist es um so wichtiger richtig abschalten zu können und Zeit für dich zu nehmen. Plane dafür fixe Zeiten ein.  Bei mir funktioniert das meist am besten, wenn ich ein konkretes Programm habe, das  sich nicht so einfach nach hinten schieben lässt, wie zum Beispiel eine Yogastunde.  

Gönnst du dir genug Pausen bei der Arbeit? Oder wie erschaffst du Achtsamkeit im Alltag?

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